Koordination und koordinative Kräftigung

Oh, denkt so manche, der Einbeinstand, kann ich nicht.

 

Gleichgewicht ist ein Teil der Koordination, es gehört aber noch mehr dazu. Und es muss auch nicht der Einbeinstand sein, um Gleichgewicht zu trainieren.

 

Also erstmal, was versteht man denn unter Koordination?

 

Ja, dazu gehört das Gleichgewicht, aber auch die Reaktion, der Orientierungssinn, die Differenzierung, die Rhythmisierung (braucht man nicht nur fürs Tanzen), die Antizipation.

 

Ich erklär weiter unten, was damit gemeint ist.

 

In Wien haben wir den Motorikpark im 10. Bezirk: super zum Trainieren von Gleichgewicht und Standfestigkeit. Wir üben aber auch im Studio in der Schimmelgasse 3.

 

Die Termine 2019:

November                                                     Dezember

Montag,  4. November                                                     Montag, 2. Dezember

Montag, 18. November                                                     Montag, 16. Dezember

 

Aber wozu überhaupt Koordination? Diese koordinativen Fähigkeiten sind die Grundlage unserer Bewegungen und damit auch die Grundlage für Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und auch Beweglichkeit.

 

Je besser ich koordinativ drauf bin, desto weniger Energie und Kraft muss ich für meine Bewegungen, auch und besonders im Alltag aufwenden und ich werde nicht so schnell müde.

 

 

 

Die koordinativen Fähigkeiten sind uns nicht angeboren, die müssen wir lernen, was wir auch als Babys und kleine Kinder tun. Als sitzende Erwachsene verlernen wir wieder das eine oder andere bzw. es verschlechtert sich einfach.

 

Aber, was wir als Kinder gelernt haben, können wir als Erwachsene, auch im fortgeschrittenen Alter wieder erlernen! Das ist doch mal ne gute Nachricht!

 

Aber zunächst mal, was bedeuten diese ganzen Begriffe überhaupt?

 

Die Orientierung:

 

Klar, das sagt uns was. Wo bin ich, wo will ich hin und was ist der beste Weg.

 

Die Reaktion:

 

Wie schnell kann ich handeln auf einen bestimmten Auslöser hin? Also: das Wasserglas oder die Kaffeetasse neigt sich ziemlich sicher Richtung Handy oder Laptop. Wie schnell reagiere ich, um entweder das Glas aufzufangen oder Handy oder Laptop wegzuziehen.

 

Die Differenzierung:

 

Hm, sagt den meisten erstmal nix. Differenzierung ist die richtige Einschätzung von Höhen, Tiefen, Entfernungen, Geschwindigkeiten aber auch der richtige Krafteinsatz beim Hantieren mit unterschiedlich schweren Gegenständen.

 

Um die Kiste Wasser ins Auto zu heben brauche ich mehr Kraft, wenn die Flaschen voll sind und halt weniger, wenn die Flaschen leer sind. Pack ich die leere Kiste mit dem gleichen Kraft- und Schwungeinsatz wie die volle, dann kanns passieren, dass es mich nach hinten zieht und ich das Gleichgewicht verlieren.

 

Die Kopplungsfähigkeit:

 

Sagt erst auch mal nix, hat aber auch nichts mit Anhänger ans Auto koppeln zu tun.

 

Kopplungsfähigkeit bedeutet, unterschiedliche Bewegungsabläufe gleichzeitig durchzuführen. Für uns Frauen also: die Straße überqueren und gleichzeitig in der Handtasche schon mal den Auto- oder Haustürschlüssel suchen.

 

Oder während des Gehens die Handschuhe anziehen. Alles, was wir im Alltag regelmäßig machen und was

 

Das Rhythmisieren

 

Kennen wir alle noch von der Tanzschule, wir bewegen uns im Rhythmus. Aber auch beim Wandern oder Spazierengehen nehmen wir einen Rhythmus auf, Atmung und Bewegung werden aufeinander abgestimmt. Dieses regelmäßige An- und Entspannen der Muskeln lässt uns länger durchhalten. Wir können ja mehrere Stunden im immer gleichen Tempo spazieren gehen, sind aber nach einer halben Stunde gehen in der Stadt ziemlich fertig. Der Unterschied ist der Rhythmus, mit dem ich mich bewege. In der Stadt hab ich auch beim Gehen ‚stop und go‘. Ich bleib stehen, ich geh, mal schneller, mal langsamer, bleib wieder stehen. Und diese unrhythmische Bewegung lässt die Muskeln schnell ermüden.

 

Das Antizipieren

 

Ja, das vorwegnehmen, was gleich passieren könnte. Bleibt der Typ vor mir gleich stehen, biegt er ab. Hält das Auto, wenn ich jetzt auf die Straße gehe. Das alles gehört zum Antizipieren.

 

Und last, but not least: das Gleichgewicht.

 

Den Körper im Lot halten bzw. wieder ins Lot bringen und eben nicht umzufallen. Das wird im Alter immer wichtiger, weil Sturz und Knochenbruch mit zunehmendem Alter immer unangenehmer und gefährlicher werden. Gefährlich, dass ich mich nicht mehr erhole und selbständig weiterleben kann.

 

Gleichgewicht ist mehr, als nur auf einem Bein stehen zu können oder beim Yoga die Baumposition lange halten zu können.

 

Ich kann das Gleichgewicht auch trainieren, wenn ich nur mal meine Füße ganz eng zusammenstelle, dann mal langsam das Gewicht verlagern nach rechts, links, vorne und hinten. Schließe ich dann noch die Augen, wird’s gleich wackliger.

 

Ich kann eine Gymnastikmatte zusammenrollen und mich draufstellen, macht’s gleich nochmal wackliger.

 

Noch schwieriger wird’s, wenn ich einen Fuß direkt vor den anderen stelle, Zehe an Ferse sozusagen. Gleiche Übungen, dann wieder die Augen schließen. Oder auch bewusst ganz große Schritte machen.

 

All das trainiert das Gleichgewicht und verbessert mich im Alltag.